Allessprach dafür, ihn erstmal als reine Illusion abzutun. Als Illusion in Gestalt eines 
Ringes mit ebenso großzügigen als auch gelungenen Proportionen, sowie einem ver- 
führerisch schokoladenbraunen Stein auf den eine strahlende Sonne zarte Blitze 
tupft – bis schließlich wer unsere Illusion zwischen seinen Fingern dreht,
um den funkelnden Reflexen zu folgen, die wie Honig 
von seiner makellosen Fassade tropfen.

                                                               Wie entsteht so eine umwerfende Politur? 

 

AttraktivwirkenOberflächenoft schon nachAnwenden raffinierter Schleif– 
techniken. Dannflirren feine, wildangeordneteLinien unbeschwert über 
gewölbten Formen

Silber Eismatt mit naturfarbenen Brillant                       

  
Doch glänzen geht anders!                                                                                                                                                                                                                                                                 

PassendesSchmirgelpapier ist schnell gefunden. Was dann folgt, hat Strategie, 
dennschludern ist tabu. Rechtzeitigzu Schleifbögen feinererKörnungzu wech- 
seln ist genauso Pflicht, wie ständig dieZugrichtung“ zu ändern. Beides 
unaufgeregt erscheinende, doch wichtige “Tricks” ausder 
spannenden Welt desGoldschmiedes.
  
 
Noch samtiger wird es mit Pasten, deren vermutlich erstaunlichste Zutat wohl 
die winzigen Kalkpanzerkleinster Meerestieredarstellen! Belegt ist, dass sie 
bereits in frühesten Werkstätten auftauchten, und gemeinsam mit enthal- 
tener Kieselsäure, hervorragend alsSchleifmittel funktionierten. 
 
Nach ihren “ernten” vom Meeresgrund, dem sogenannten Schlämmen, war erst mal
Trocknen, Brennen sowie Mahlen angesagt, bevor man sie dann mit Fett vermengte

und schließlich zu handliche Klumpen formte. Und da sie selbst härteren Metallen

zeigen konnten “wo der Hammer hängt” war ihr Weg in die Werkstätten
damit praktisch vorgezeichnet.

Luftiger Damenring in Gelbgold                                    

Die Welt steht manchmal still. Das beweisen unsere senfgrünen Schleifpasten mit 
ihren ewig gleichen Inhalten einmal, indem sie noch immer gerne an den Fingern 
kleben, zum anderen, indem sie unverändert nach feuchter Erde duften! 
 
Haften erst mal genügende Mengen auf der dann schon rotierenden Schleif-
bürste, zeigen sich auch bald erste schüchterne Glanzlichter, hervorgelockt
mit unserer guten alten PASTE. Denn SIE ist es, die dann
schleift, und nicht die Bürste!

 

 
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