DIAMANTEN

Brillantohrschmuck

Auf der Haut der Minenarbeiter glänzt Schweiß und blauschwarzer Staub aus Kimberlit-Gestein. Nachdem beeindruckende Mengen gesprengt, zerkleinert, transportiert und gewaschen wurden (wir reden hier von etwa 250 Tonnen!) bleibt ein Häufchen Diamanten das fertig geschliffen später vielleicht 1 Carat wiegen wird. Ihr Begutachten bei Sonnenuntergang ist meist ernüchternd. Klare Kristallformen sind rar. Für Schmuckzwecke eignen sich bestenfalls 20% der gefundenen Rohdiamanten. Die geh’n dann nach London, oder Antwerpen – zur Börse.

Zeitgenössischer Ring mit Brillant

Für seine komplette Geschichte müssten wir das Rad allerdings bis zu drei Milliarden Jahre zurückdrehen und tief ins Innere unserer Erde vordringen. Grob verkürzt lasten dort gewaltige Massen und glühende Hitze auf einem winzigen Stück hochreinem Kohlenstoff und lassen aus ihm einen Diamanten entstehen – eine oktaederförmige Kristallskulptur, ein Stück „Ewigkeit“, … mit Hang zum Luxus!

Bald erhält er den starken Namen ADAMAS – was nichts Geringeres als „Der Unbezwingbare“ bedeutete. Ein schicker Name, aber nicht so schick wie der klangvolle DIAMANT der sich daraus bilden sollte. Und dann gibt es da noch das bezaubernde Bild aus längst vergangenen Zeiten, in denen man noch glaubte, sie seien die „Tränen von Göttern“!

Der Diamant – ein Stein, der gerne einen ganz besonderen Schliff trägt

Nüchtern definiert verkörpert der Diamant erst mal lediglich ein Mineral und sein späterer Schliff praktisch dessen Maßanzug – wie beispielsweise der Brillantschliff, der einen Diamanten erst zum Brillanten macht! Nicht weniger als 56 raffiniert platzierte Facetten „jonglieren” in seinem Inneren mit einfallendem Licht und lassen den Stein dabei regelrecht „explodieren“. Der Begriff „Feuer“ ist deshalb sein ständiger Begleiter.

Auf der zehnstufigen Härteskala steht dieser Stein GANZ OBEN.

Scheinen ihm die zweitplatzierten Rubine und Saphire mit „Härte 9“ am Schreibtisch noch dicht auf den Fersen, zeigt er ihnen spätestens im Labor unmissverständlich die Rücklichter – salopp ausgedrückt. Am Ende ist dessen Härte unglaubliche 140-mal höher!

Transparenter wird dieser Vergleich, wenn man den wenigen Raum sieht, den sich „Härte 1 bis 9“ auf dieser speziellen Liste teilen müssen. Darüber dann, … gähnende Leere – bis der Diamant erscheint. Eine Distanz, die vergeudet wirkt, ja fast schon arrogant. All das macht letztendlich deutlich, dass dieses Mineral anders ist als alle anderen – und seinen großzügigen Platzanspruch damit auch absolut legitim!

Ohrschmuck „On fire“
Ringentwurf

Einen anderen Blickwinkel erfordern die 5C’s – nämlich den von Analytikern unter Laborbedingungen. Kurz gesagt handelt es sich um nüchterne Untersuchungen fern jeglicher Kreativität. Hier wird ein Stein rücksichtslos „zerlegt“ und alles von ihm preisgegeben, … und notiert.

Nichts für kreative Seelen – hier herrschen Laborbedingungen!

Das Entschlüsseln ihres Codesystems ist trotz aller „amtlichen Regeln“ nicht allzu kompliziert:

Carat > meint das Gewicht – ein elitäres Maß, das auf die 0,2 Gramm schweren Samen des Johannisbrotbaums zurückgreift, die Händler schon früh in ihre polierten Waagschalen rieseln ließen, um feinste Gewichtsdifferenzen aufzuzeigen.

Color > steht für Farbton. Naturtöne wie Champagner oder Cognac genießen Kultstatus. Topp-Farbe jedoch ist hochfeines Riverweiß. Parallel gibt es fast alles – bis zu tiefstem Schwarz, wobei exotisches Pink budgetmäßig in der Spitzengruppe zu finden ist!

Clarity > also Reinheit. Beurteilt wird mit einem Blick durch die 10-fache Lupe. Das schließt ein, dass selbst hochgeschätzte lupenreine Steine bei 11-facher Vergrößerung durchaus wieder feinste Einschlüsse vorzeigen dürfen.

Cut > verrät seinen Schliff. Neben Brillanten verlassen oft noch weitere Cut-Varianten die Schleifwerkstätten. Bei allen kommt es auf die Einhaltung bestimmter Proportionen und Genauigkeit an. Geübte Augen benoten auch diese Niveaus in späteren Expertisen.

Confidence > hier in Gestalt international anerkannter Dokumente – also Zertifikate, die die Echtheit und Identität eines Steins bestätigen, und erst weit später zu den ursprünglichen 4C’s, den eigentlichen Wertermittlern, hinzu kamen. (Bekannteste Zertifikate s. Fußnote*)

Sogenannter „Solitär“

Ihr Zauber bleibt derweil geheimnisvoll. Bedingung ist jedoch ein Mindestmaß an Qualität – am besten Steine mit möglichst wenigen Naturals, wie sie der Kenner liebevoll nennt. Sichtbare Einschlüsse und misslungene Schliffe sind damit tabu. Mit kleinkariert hat das alles nichts zu tun, eher mit Konsequenz. Dann funktioniert auch das mit dem berühnten Feuerwerk!

* HRD (Hoge Raad Voor Diamant) / GIA (Gemmological Institute of America) / IGI (International Gemmological Institute)

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