DER GOLDSCHMIED

Das geöffnete Fenster lässt die geheimnisvollsten Feil- und Klopfgeräusche nach draußen dringen. Drinnen riecht es dann nach Spiritus und verbranntem Gas. Auffällig auch die kuriose Form des Werktisches. Seine seitliche Platzierung ermöglicht einen ungehinderten Blick auf ein nun immer bedrohlicher fauchendes Lötrohr. Dann erleben wir den faszinierenden Moment, in dem das goldfarben blinkende Metall zu schmelzen beginnt.

Unzählige Arbeitsschritte werden in der Goldschmiedewerkstatt noch folgen bis der Schmuck präsentiert werden kann. Was einem dann begegnet ist real und ganz weit weg von irgendwelchem Kitsch, Nostalgie oder Oberlehrerzeigefingern.

Flüssiges Gold, bereit zum Ausgießen
Ohrschmuck in Gelbgold mit Uwarowit

Goldschmiede kann man mit einem ziemlich breiten Spektrum an Techniken vertraut sehen. Vor allem ihr unbeschwerter Umgang mit manchem veraltet wirkenden Werkzeug, sowie ihre kreative Fantasie werden oft bewundert. Oft sind es eine Menge kleiner Einzelteile, und gelegentlich sogar exotische Steine, die mit der Zeit so manchen Entwurf zum Unikat verwandeln. Gleichzeitig tauchen sie praktisch täglich in eine faszinierende Welt, in der es immer wieder Neues zu entdecken geben scheint.

Unabhängig davon fasziniert, wie selbstverständlich heute noch manche Werkstätten mit ganz eigenen, genialen Vorrichtungen oder selbst entwickelten Methoden arbeiten – und damit die verrücktesten Dinge anstellen. Das soll nur stellvertretend zeigen, dass wir hier zudem über einen der letzten Berufe reden, in denen auch technisch versierte Künstler anzutreffen sind.

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